Zukunft des Finanzplatzes Schweiz

Angesichts der aktuellen Großwetterlage ist klar, dass der Finanzplatz kleiner werden wird. Aber für generationenübergreifende Vermögensverwaltung sind stabile Länder nach wie vor erste Wahl. Wenn Sie in Asien ein Vermögen erarbeiteten und es für die Familie, die nächste Generation, erhalten wollen – wo gehen Sie mit Ihrem Geld hin? Wahrscheinlich nach Singapur. Oder eben doch in die Schweiz, wie auch viele Familien aus Westeuropa, weil die Schweiz seit Jahrhunderten ein grundsolides Land ist. Die Eidgenossenschaft geht im Moment vielleicht durch ihre schlimmste Zeit seit Jahrzehnten. Sie hat Geldabflüsse, und die werden wohl noch eine Zeit lang anhalten. Aber sie hat auch enorme Zuflüsse, hauptsächlich aus Asien und von anderen sogenannten Wachstumsländern. Die kommen nicht direkt in die Schweiz, sondern zum Beispiel über Singapur, wo wir vertreten sind, oder Hongkong. Die Großbanken werden weiterhin die verstärkte Onshore-Strategie, die sie im Jahr 2000 begonnen haben, verfolgen. Die Schweiz wird attraktiv bleiben, das ist das Positive. Intern sind die Banken unter Beschuss, und mindestens die Hälfte des Volkes glaubt, die Banker seien verrückt und überbezahlt, aber in Asien ist davon nichts zu spüren. Dort gelten Schweizer Banken immer noch als die besten Banken der Welt, und das Vertrauen in sie ist sehr groß. Eine große Rolle spielt dabei auch das Vertrauen ins Land und seine politische Aufstellung, die keine Opposition kennt – es sind ja alle großen Parteien im Bundesrat vertreten. Das politische System genießt höchste Anerkennung im Ausland, und solange das so bleibt, sind die Aussichten der Schweiz gut! Geschrieben von: Stefan Zeiss